Wir brauchen keine Subventionen
- wir brauchen klare Verhältnisse
Noch jede Regierung nannte die Reduzierung von Subventionen als eines ihrer
Hauptziele, noch jede scheiterte am Widerstand der Lobbies. Dabei gibt es
an der Notwendigkeit einer solchen Reduzierung keinen Zweifel.
Die Vielzahl von Subventionen, direkten staatlichen Wirtschaftsinterventionen
und anderen subventionsnahen Tätigkeiten der öffentlichen Hand hat
in vielen Bereichen den Markt entweder zerstört oder dessen Entstehen
gar nicht erst zugelassen. Subventionen verringern in der Regel Transparenz
und Chancengleichheit auf dem Markt. Die bestehende Subventionspolitik fördert
jedenfalls nicht im Wesentlichen den Mittelstand oder Existenzgründungen,
sondern in erster Linie die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Großunternehmen,
deren Führungsposition zum Nachteil von KMUs damit weiter ausgebaut wird.
Und Subventionen führen - gewissermaßen nebenbei - oft auch zu
einer deutlichen Benachteiligung umweltfreundlichen wirtschaftlichen Handelns
(zum Beispiel in der Energiebranche, beim Verkehr und Transport oder in der
Landwirtschaft).
- UnternehmensGrün setzt sich deshalb für die radikale Streichung
oder Kürzung aller Steuererleichterungen und im Gegenzug dazu für
die Senkung der Steuersätze auf gewerbliche und private Einkommen zugunsten
klarer Verhältnisse ein. Begonnen werden kann wie folgt:
- Überprüfung aller Subventionen auf den Grundsatz „Hilfe zur
Selbsthilfe”. Keine Dauersubventionen, da diese vor allem strukturkonservierend
wirken (Negativ-Beispiele: Subventionierung der Kutter- und Seefischerei,
Subventionierung der Kohle- und der Werftindustrie)
- Generelle eindeutige Befristung und degressive Ausgestaltung (= fortlaufende
Kürzung) aller Subventionen (Negativ-Beispiele: Zuschüsse zur
landwirtschaftlichen Unfallversicherung, Gasölverbilligung für
die Landwirtschaft, die eingeführt wurde, um die Mechanisierung in
der Landwirtschaft zu fördern - ein Ziel, das inzwischen erreicht sein
dürfte)
- steuerliche Gleichbehandlung der Energieträger in allen - auch nichtenergetischen
- Verwendungen (Streichung des Herstellerprivilegs). Jede Tonne Kohlendioxid-Emissionen
und jede Einheit nichtregenerativer Energieverbrauch muss mit einem einheitlichen
Steuertarif belegt werden.
- schrittweise plan- und berechenbare Zurückführung der Steuerermäßigung
für Unternehmen bei der Ökosteuer.
- Auch die Steuersatzstruktur im Verkehrsbereich muss grundsätzlich
einer Kohlendioxid-/ Energiesteuer entsprechen. Beispiele für Subventionsabbau
im Verkehrsbereich:
- Streichung der Mineralölsteuerbefreiung für Flugverkehr (Verhandlungen
auf internationaler Ebene) und Binnenschifffahrt
- Steuerliche Gleichbehandlung von Dieselkraftstoff und Benzin
- Umlegung der Kfz-Steuer auf die Mineralölsteuer
- Senkung der Kilometerpauschale und Umwandlung in eine verkehrsmittelunabhängige
Entfernungspauschale
- keine weiteren Subventionen für den Transrapid
- weiterer schrittweiser Ausstieg aus der Subvention des Steinkohlebergbaus,
dies gilt vor allem für die neu zu treffenden Regelungen nach dem Auslauf
der jetzigen Verträge im Jahr 2002
- keine Forschungs- und Fördermittel für die Kernenergie
- Gleichstellung kommunaler und privatwirtschaftlich betriebener Abwasser-
und Entsorgungsbetriebe bei der Umsatz- und Gewerbesteuer
- Überprüfung und Neugestaltung der EU-Förderung für
die Landwirtschaft nach ökologischen Kriterien
- Streichung der Gasölverbilligung
- Streichung der Kfz-Steuerbefreiung für Zugmaschinen
Die Beseitigung aller Subventionen und wie Subventionen wirkenden Staatsinterventionen
würde am Ende möglicherweise offenbaren, dass es sehr schwierig
ist, einen künstlich zerstörten Markt erneut mit Leben zu füllen.
Ohnehin ist die Vorstellung eines Marktes ohne jegliche staatliche subventionierende
Eingriffe nur theoretisch denkbar weil politisch nicht durchsetzbar. Interessant
wäre die Frage aber allemal, ob nicht kleine und mittlere Unternehmen
und auch unsere Umwelt ohne Subventionen einen besseren Stand hätten.